Magendrehung - jeder Fila-Besitzer sollte um das Risiko wissen
und was diese Diagnose für seinen Hund bedeuten kann. Seit dem Sommer 1994
läuft zu diesem Thema, die bis dahin wohl umfangreichste Studie, an der
Universität Purdue in Indiana, USA. Es nahmen 1920 Hunde, unterteilt in
zwei Gruppen ( Körpergewicht von 23kg bis 45kg und Körpergewicht über
45kg), daran teil. In den USA gilt die Magendrehung (laut dieser Studie) mittlerweile
als die zweithäufigste Todesursache nach Krebs. In den Jahren 1964 - 1994
wurde eine Zunahme um 1500% registriert, die Gründe hierfür sind noch
unbekannt.
Als nicht-ernährungsbedingte Faktoren, welche das Risiko an einer
MDzu erkranken erhöhen, werden genannt:
Das Verhältnis Brusttiefe: Brustbreite (Hunde mit tiefer und verhältnismäßig
schmaler Brust haben ein gr. Risiko)
Erhöhte Futterschüsseln
Verwandte 1. Grades welche an einer Magendrehung erkrankt sind.
Inzucht scheint das Risiko noch weiter zu erhöhen! Mit Hunden,
die bereits an einer MD erkrankt sind und/oder Verwandte 1. Grades haben,
die an einer MD erkrankt sind, sollte nicht gezüchtet werden!!!
Alter in Jahren (Hunde zwischen 23kg und 45kg KG und einem Lebensalter
ab 5 Jahren, bei Hunden über 45kg KG ab 3 Jahren)
Hastige Fresser (auch ängstliche und aggressive Hunde scheinen mit
einem gr. Risiko behaftet zu sein als ausgeglichene Hunde)
Ernährungsbedingte Faktoren, welche das Risiko an einer MD zu erkranken
erhöhen:
Trockenfutter welches Fett in den ersten, meisten vier Zutaten beinhaltet
(30%)
Futter welches Ascorbin (Zitronensäure) enthält und zudem vor
dem Füttern angefeuchtet wurde (32%) - (das Anfeuchten des Trockenfutters
an sich hat keinerlei Auswirkung auf das Risiko, weder positiv noch negativ)
Faktoren welche eine positive Auswirkung auf das Risiko (das
Risiko vermindern) an einer MD zu erkranken haben:
Mehrere Mahlzeiten täglich
Trockenfutter welches Fleischmehl und Knochenmehl in den ersten, meisten
vier Zutaten beinhaltet, reduzierte das Risiko um 53%
Die meisten der bekannten Vorbeugemassnahmen scheinen keinerlei Einfluss
auf das Risiko zu haben!
Und hier noch einige Ergebnisse der Studie:
60% aller MD ereigneten sich nachts
Nach einer Operation (Gastropexie) sank das Risiko einer erneuten MD
auf 4,3% während nicht gastropexierte Hunde in 65,6% erneut eine MD hatten.
Die Todesrate lag (trotz Handyzeitalter und besserer Erreichbarkeit der
Tierärzte) immer noch sehr hoch. 24,3% starben innerhalb von 7 Tagen
nach Auftreten der MD.
45,4% der Hunde welche die MD nicht überlebten, starben ehe eine
Behandlung möglich war.
Ein wichtiger Faktor für die Überlebenschancen ist die Kondition
und der Allgemeinzustand des Hundes bei Erreichen der Tierklinik und ev. schon
vorhandene Nekrosen der Magenschleimhaut. So überlebten von den noch
"gehenden" Patienten immerhin 92,2%, während bei den somnolenten
Hunden nur mehr 72,7% überlebten und bei den bereits komatös eingelieferten
Hunden keiner überlebte.
Bei Hunden mit bekannten hohem Risiko (Rasse, mehrere Verwandte mit MD,
usw.) kann eine prophylaktische Gastropexie die MD zu einem nicht geringen
Prozentsatz verhindern. Da die MD auch eine "genetische Komponente"
hat sollten nur kastrierte Hunde für die prophylaktische Gastropexie
in Frage kommen. (Anmerkung: Auch das würde die wahren Zahlen der
MD verschleiern und das Problem statistisch gesehen natürlich "beschönigen".)